Vorwort von Fritz Hummel zur Stammliste (1934)

In diesem Vorwort schildert Major Hummel sein Vorgehen bei der Erforschung der Familiengenealogie und kommt zu dem fundamentalen Schluss, dass alle existierenden Linien auf einen gemeinsamen Meisdorfer Vorfahren  – Christian Wendenburg, Freisaß auf der Klus Wentheim (* 1530,  + ~1600) – zurückzuführen sind.
Er weißt zwar ausdrücklich darauf hin, dass ....

Er weist zwar ausdrücklich darauf hin, dass er auch dem Bistum Halberstadt (nicht der Stadt) zuordenbare  Wendenburgs in archivischen Aufzeichnungen gefunden hat, konnte aber keinen Beleg erbringen, dass diese als eigenständige Linien weiterexistierten.

Ist das nun als Tatsache anzusehen oder eher dem an Mangel an Quellen zuzuschreiben?


 Aufgeführt werden:

  • in einer Matrikel der Universität Leipzig (1560) ein Christoph Wendenburg Halberstaden und ein Stephan Wendenburg Halbestaden und 1597 ein Tobias Wendenburg Halberstad
  • an der Universität Jena (1556) ein Jannes Wendenburg Halberstadiensis
  • Mathias Wendenburgk, der mit einigen Wernigerödern zusammen am 30. Januar 1578 die Kupferhütte vor Wernigerode auf 1200 Gulden schätzt
  • Magdalena Wendenburg, geb. Becker, heiratet am 12.Mai 1617 Tobias Wendenburg. Von den Kindern aus dieser Ehe blieb nur eine Tochter am Leben (Quelle: Staatsbücherei zu Hannover - Leichenpredigt auf die Magdalena Wendenburg)
  • Ein anderer Tobias Wendenburg (Kanzlei- und Hofgerichtspedell in Wolfenbüttel), der vom Rate der Stadt Halberstadt zum Studium seines Sohnes Viktor die Zinsen aus einem Vermächtnis fordert, das der Halberstädter Canonicus Johann Wichmann zugunsten von Mitgliedern der Familie Wendenburg hinterlassen hatte (Quelle: Aktenstück aus dem Jahre 1612 - Staatsarchiv zu Magdeburg).
     Ebenso werden seine Brüder Johannes und Christoffer erwähnt
  • Für die ebenfalls erkennbaren Linien aus Welbsleben (um 1650), Neuplatendorf (ab 1778) und Gerbstedt (ab ca. 1750) konnten durch Fritz Hummel keine Belege gefunden werden, dass sie zu den Meisdorfern in Zusammenhang stehen, der allerdings geografisch nahe liegend ist. Diese Linien sind in den Anhang zur Stammliste aufgenommen. Bei der Gerbstedter Linie liegt nahe, dass der Vater dieser Linie (Johann Christian Wendenburg) identisch ist mit dem 5. Sohn von Johann Michael Wendenburg  (*01.10.1690 +26.07.1739)- siehe Hummelsche Stammliste, Seite 11: VI 5c-Linie Augsdorf


In einem großen Kapitel widmet er sich der Deutung des Namens Wendenburg und versteigt sich in einige heute konstruiert klingende Vermutungen, die wohl eher dem seinerzeitigen Zeit“geist“ oder Wunschdenken geschuldet sind. So geht er ausführlich auf Christian Wendeburg als Freisasse auf der „Klus Wentheim“ ein und deutet einiges in den Begriff Wentheim hinein.
Interessant ist, dass dieser Name als Ortsbezeichnung in Meisdorf völlig unbekannt ist und für eine Verwechslung gehalten wird.  Wohlbekannt ist allerdings die Bezeichnung „Wertheim“
Im harmlosesten Fall ist die Bezeichnung "Klus Wentheim" auf einen Lese-/Schreibfehler von F. Hummel zurückzuführen, da in anderen Quellen schon sehr frühzeitig von den Orten "Meisdorp und Wertheym" gesprochen wird, die er kaum übersehen haben kann.
In der Meisdorfer Chronik von 2005 ist auf Seite 14f zu lesen:

"Wertheim ist wahrscheinlich zur Zeit der fränkisch-sächsischen Herrschaft entstanden. Vermutlich lag dieser Ort, der erst 1978 durch R. BINNER und Dr. PRELL unabhängig voneinander entdeckt wurde, im Bereich des Klusberges (gegenüber dem heutigen Schlosshotel). Eine letze Erwähnung findet Wertheim 1593 im Zusammenhang mit der Hochzeit Joachim Banses, Freimüller in Meisdorf, mit Dorothea Wendenburg, Tochter des Christian Wendenburg, Freisasse auf der Klus-Wertheim (vgl. Chronik von Meisdorf 1984)."


Wahrscheinlicher ist jedoch, dass seine Interpretationsversuche besser in die Geisteshaltung der damaligen Zeit (1934) passten. Zudem bezieht er sich ja ausdrücklich auf Oberst von Hoffmann, der im Asseburger Urkundenbuche und anderen gedruckten Quellen den  Namen „Wertheim“, auch „Warthoym“, als Bezeichnung eines unmittelbar an Meisdorf angrenzenden Ortes, nahe der Kirche, fand. Hummel fragt ausdrücklich: „ Sollte das nicht ein Lesefehler des Urkundenforschers gewesen sein?“ 


Nun ja, dieser und weiteren Fragen könnte man aus heutiger Sicht sicher noch einmal nachspüren.

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